Neben ihr lachte der Kummersbacher behaglich auf. „Nee, meine Tochter, du bleibst noch gefälligst eine Weile! Wir machen nachher unten eine gemütliche Ecke. Du, meine Wenigkeit, unser Dichter und wer sonst noch Lust hat, kann sich anschließen. Sage nicht „nein“... Bitte...“
„Ich wollte mit der gnädigen Base noch wegen geschäftlicher Dinge verhandeln. Darf ich also mitkommen?“ fragte der Waldesruher höflich.
„Schön. Kannst du machen! Wann kommt denn übrigens der Anwalt? Warum Ihr durchaus die Familienbestimmungen abändern wollt, ist mir zwar nicht klar. Es sind ohnehin zu viel. Aber wenn es sonst ein vernünftiger Mann ist, kann auch das ganz nett werden. So’n Jurist steckt einem manchmal gehörige Lichter über das, was man Logik des Denkens nennt, auf.“
Der Waldesruher klemmte das Monokel ins Auge und prüfte die Uhr. „In zwei Stunden wird er da sein. Solange hätte ich also Zeit.“
Eva von Ostried stand unschlüssig zwischen den Beiden. „Es hat doch keinen rechten Zweck,“ meinte sie leise zu dem Kummersbacher.
„Zweck,“ lachte der vergnügt. „Na wer weiß! Sieh mal rüber. Die gnädigen Stiftstanten giften recht erheblich, weil ihr Liebling, die brave Ingeborg, fortwährend sehnsüchtige Blicke zu uns rüber wirft. Allein darum lohnt es sich schon.“
„Willst du mit von der Partie sein, Inge,“ fragte er laut. „Ich stehe dafür ein, daß du ungestohlen wieder abgeliefert wirst.“
„Wir wollten den Waldesruher Vetter grade herzlich bitten, daß er mit uns den Tee nimmt,“ lehnte das ältere Stiftsfräulein in süßlichem Ton für sie ab.
Horst Waldemar von Ostried ging hinüber und küßte der Sprecherin flüchtig die Hand, die immer noch wie dürres Holz erschien.