„Sie wollen also gar nicht mein Gebot hören?“

„Es würde mich nicht umstimmen.“

Sein Hochmut fand die schroffe Ablehnung einfach lächerlich. Eine kindische Ueberhebung von dieser gänzlich Mittellosen, die mit eisigem Schweigen abgetan zu werden verdiente. Die Leidenschaft des Sammlers versuchte dennoch ein Letztes:

„Vielleicht darf ich später noch einmal nachfragen, ob Sie Ihre Ansicht geändert haben?“

Sie zuckte die Achseln. – In demselben Augenblick hatte er blitzschnell die ihn eiskalt überrieselnde Empfindung, daß neben dieser unpersönlichen Stimme, die nach einem Wiedersehen verlangt hatte, auch noch der Mann in ihm danach strebte. Brüsk erhob er sich.

„Verzeihung, ich will Befehl geben, daß mir sofort die Ankunft des Rechtsanwalts gemeldet wird.“

„Das brauchst du doch nur an meinen Hermann nach oben zu telephonieren,“ riet der Kummersbacher und unter seinem eisgrauen Bart zuckte die Schadenfreude über die schneidige Abfuhr auf.

Trotz des Rates nahm der andere nicht wieder Platz. Es trieb ihn fort. Das Gefühl lebhaften Aergers über die schroffe Ablehnung, nach welcher er beschlossen hatte, den schlauen Agenten auf Eva von Ostrieds Schätze zu hetzen, war verflogen. Jetzt wehrte er sich lediglich gegen das wachsende Wohlbehagen, das ihm ihr Anblick bringen wollte.

„Weshalb hast du eigentlich den Anwalt so heimlich bestellt,“ fragte der Kummersbacher vergnügt.