Sie stand mit schlaff herabhängenden Armen vor ihm.
„Versprich mir das,“ drängte er, „Unser Dichter wird auch kommen.“
Der blasse Mensch freute sich wie ein glückliches Kind.
„Ja – ich komme bestimmt. Das wird sehr schön werden.“
„So schnell kann ich nicht Vertrauen fassen,“ entschuldigte sie sich.
„Siehst du, das begreife ich. Daß du wenigstens versuchen willst, es zu bekommen, das kannst du mir auch versprechen?“
„Ich glaube nicht, daß ich diesen Versuch machen werde.“
Er hatte ihr die breiten wuchtigen Hände auf die Schultern gelegt und zog sie sanft zu sich heran. „Man hat es nicht anders verdient. Stimmt! – Trotzdem –“ Und er neigte sich zu ihr und küßte sie auf den Mund. „Denn ich könnte bequem dein Großvater sein, Mädel,“ sagte er nachher wie erklärend, „aber auch schon mit der Vaterwürde wäre ich sehr zufrieden!“
– – Wie eine Träumende ging sie die breiten, schönen Straßen herunter. Sein Name hatte alles wieder aufgewühlt. Sie kam nicht los von ihm. Und es mußte doch geschehen.