„Verehrte Base, gestatten Sie, daß ich Sie begleite –“ Ihr Kopf fuhr herum. Das gelangweilte Gesicht des Regierungsassessors sah in diesem Augenblick äußerst angeregt und verschmitzt aus. Eine Blutwelle der Empörung stieg ihr bis in die Stirn hinauf.

„Ich gestatte lediglich, daß Sie sofort von meiner Seite verschwinden,“ sagte sie kalt und würdigte den Verblüfften keines Blickes weiter.

19.

„Sie, Herr Rechtsanwalt Wullenweber, haben sich, wie mir mein Waldesruher Vetter mitteilt, bereits über den Inhalt der vorhandenen Familiengesetze unterrichten können,“ sagte Generalleutnant von Ostried, der zur Vorbesprechung über die neu aufzunehmenden Paragraphen mit dem soeben Angekommenen und dem Majoratsherrn, fernab von der langen, feierlichen Tafel, in seinem nicht übermäßig geräumigen Logierzimmer Platz genommen hatte.

Walter Wullenweber verneigte sich bejahend.

„Diejenigen Bestimmungen, welche seit Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches – selbst in dieser Form als Familiengesetz – anfechtbar geworden sind, habe ich mir erlaubt durchzuarbeiten und anders zu formulieren.“

„Sehr schön,“ lobte die Exzellenz zerstreut, „aber das hat Zeit bis nachher. Das Neue ist entschieden wichtiger. – Willst du mir mal gütigst das kleine Heft herüber geben, Vetter?“