Der Vorsichtige schwieg betreten und schickte einen kurzen Blick zu seiner Gattin, der heißen sollte: „Jetzt zeige, daß du wenigstens ein echt weibliches Geschick im Glätten dieser Wogen hast.“

Aber die Frau Vortragende Rätin blieb sich nur bewußt, daß ihr das Stiftsfräulein Hermine dreihundert Mark für die neuen Wintermäntel der Zwillinge (mit 5 Prozent Zinsen) zugesagt hatte. Sie stammelte daher Unverständliches.

„Es ist zu widerlich,“ sagte der Kummersbacher kurz und verstummte.

Sie sahen alle nach dem älteren Stiftsfräulein hinüber. Die lächelte jetzt. Das war noch viel abstoßender wie zuvor die Wut, die ihre Züge verzerrt hatte.

„Ein einziger Einspruch genügt, um den neuen Beschluß abzulehnen,“ sagte sie lauernd. „Nun wohl, ich verweigere meine Zustimmung. Alles andere ist mir gleichgültig. Und ich sage noch einmal.... die Bettelprinzeß ist nicht schlau genug.“

Diesmal blieb der Kummersbacher ruhig. „Dies Wort hast du vor rund dreißig Jahren schon auf ihre Mutter angewandt. Damit verdarbst du der armen, scheuen Frau, als die sie mir von zuverlässiger Seite später geschildert wurde, die als vertrauendes, unschuldiges Kind nach Waldesruh kam, von vornherein ihre Stellung in der Familie. Damals hattest du, leider, noch einen gewissen Einfluß. Auch ich habe mich dadurch zurückschrecken lassen. Nein, das stimmt doch nicht. Dich kannte ich von jeher. Daß sie den tollen Weddo heiraten konnte, nahm mich gegen sie ein. Ein zweites Mal gelingt dir Aehnliches nicht, selbst wenn dein teuflischer Einspruch die neue Satzung untergraben würde.“

Sie hörte nur dies und lachte voller Hohn. „Ein Wahnsinn, daß man uns überhaupt damit kommt.“

„Bitte, Herr Rechtsanwalt, lesen Sie gefälligst das aufgefundene Schriftstück vor,“ rief der Generalleutnant plötzlich dazwischen. Sein Ton war wie eine Fanfare.