„Wenn es wahr wäre,“ sagte er ein paarmal vor sich hin, „das wäre schön.“

„Es ist wahr,“ bekräftigte die Präsidentin. „Wie stellte sich übrigens Evas Vater später zu Ihnen?“

„Er war auffallend kurz und unfreundlich, wenn wir uns zufällig an den Grenzen trafen. Sein Haus betrat ich nicht wieder.“

„Merken Sie jetzt, daß ich im Recht bin? Obgleich er die Tote nicht mit wirklicher Treue liebte, war seiner Eitelkeit der Gedanke, daß Sie ihr mehr, als er, bedeutet hatten, unerträglich.“

„Er bestimmte sogar in einem hinterlassenen Brief ausdrücklich einen andern Vormund, wie mich, im Falle ich ihn überleben sollte, und seine Tochter zu diesem Zeitpunkt noch unmündig wäre. Dabei war er von dem Wunsch der Toten genau unterrichtet.“

„Wie kam es also, daß Sie es dennoch geworden sind?“

„Nun, er war im Laufe der Jahre den Herren vom Gericht bekannt geworden. Seine zahlreichen Gläubiger wurden durch seine Gleichgültigkeit stets gezwungen, sich letzten Endes an die große Stelle für das öffentliche Recht zu wenden. Auch war sein Leumund schlechter geworden, seitdem er allein mit der Tochter lebte. Derjenige aber, den er als Vormund für seine Eva vorgeschlagen hatte, war genau so ein leichtsinniger, loser Vogel wie er selbst.“

„An seinen verhältnismäßig frühen Tod muß er doch gedacht haben. Wie wäre sonst jener Brief zustande gekommen?“

„Ein toller Ritt nach durchzechter Nacht brachte ihm die schwere Lungenentzündung, an deren Folgen er nach ein paar Wochen auch gestorben ist. Seine Natur hat sich erstaunlich lange gegen den Sensenmann gewehrt. In dieser Zeit der Langenweile und vielleicht auch der Nachdenklichkeit ist das erwähnte Schriftstück, das sonst keinerlei Wichtiges enthält, entstanden.“