„Ich belästige Sie ja ohnehin schon,“ meinte er.
„Halten Sie mich für so unehrlich, daß ich mir eine Belästigung gefallen ließe? Wenn Sie kommen, bringen Sie mir Freude mit. Wenn auch nicht in allen Fällen für mich, die Vielbeschäftigte, so doch für das liebe, kranke Mädchen, das ihrer dringender bedarf als ich, die körperlich Gesunde. Schon darum sind Sie mir stets willkommen. Sie wissen, meine Zeit gehört der Arbeit. Wenn es mir aber möglich wird, lausche ich Ihnen herzlich gern.“
Er zog ihre Hand ehrerbietig an die Lippen. Sie mußte denken, ob er das wohl auch tun würde, wenn er wüßte.
„Ich komme also heute mit einem Auftrage,“ gestand er fast schüchtern.
Ihr Gesicht nahm einen hochmütigen Ausdruck an. „In Wahrheit schickt Sie gar nicht der Kummersbacher, sondern der Waldesruher, nicht wahr?“
„Nein... wirklich nicht! Aber – wissen Sie schon davon?“
„Daß er mich im Auftrage des hohen Seniorenkonvents zur Einwilligung jener mich lächerlich anmutenden Eintragung bewegen will? Nun, das hat er mir geschrieben!“
„Ich dachte an das... andere.“ Ein unbewußter Neid ließ seine sanfte Stimme schärfer als sonst werden.
„Davon weiß ich nichts. Mag auch nichts hören. Verzeihen Sie diese Offenheit.“
„Ich fürchte aber, Sie werden ihm nicht mehr entgehen.“