Sie mußte ein Lächeln unterdrücken. „Was hätten Sie davon, Herr von Ostried?“
Er zuckte nervös zusammen. „Warum nennen Sie mich hartnäckig mit diesem... steifen Namen?“
„Erlassen Sie mir die Antwort. Sie sind zur Zeit unter meinem Dach und, wenn ich auch kein Edelfräulein in Ihrem Sinne sein mag, das ist mir stets heilig gewesen.“
„Ich möchte den sehen, der sich niemals irrt...“
„Gut! Wir wollen es nicht in Worte kleiden... Ich fühle es und danke Ihnen nochmals. Sagen Sie den andern auch davon, denn, nicht wahr, der – wie nennen Sie ihn doch? – Seniorenkonvent weiß um Ihr Kommen.“
„Nein,“ sagte er kurz und sehr laut.
Das begriff sie nicht. „Ich habe mich niemals mit all diesen Bestimmungen beschäftigt,“ entschuldigte sie sich.
„Ich will haben, daß Sie in den Augen der gesamten Familie rein und makellos dastehen. Daß wir Sie dafür befunden haben, bewirkt das noch nicht. Die Hämischen könnten behaupten, es habe sich inzwischen etwas ihnen Verborgenes herausfinden lassen, das Ihre Unwürdigkeit dennoch dartäte. Der Vetter Regierungsassessor hat Sie neulich auf dem Familientag bereits auffallend genug übersehen.“
Jetzt mußte sie lachen.