Draußen lief seit Tagen durch das graue Himmelssieb ein gleichmäßiger Regen nieder und verwandelte Straßen, Aecker und Gärten in einen zähen Brei von unappetitlicher Farbe. In solchen Zeiten merkte der Kummersbacher, daß er ein lediger Mann war.

Er schielte nach den derben Jungen seines Hofmeisters, die unter dem Fenster des Arbeitszimmers mit krampfhaft hochgezogenen Hosenleder über die Pfützen sprangen.

Dieser Anblick verbesserte seine schlechte Laune nicht. Als Hermann, der Getreue, seinen grauen Kopf zur Tür hineinsteckte, polterte er los:

„Was störst du mich fortwährend. Ich habe zu tun. Verstanden?“

„Eine Dame ist draußen,“ meldete er unerschrocken und setzte vertraulich hinzu: „Sie war neulich auch in Berlin beim Familientag.“

Im Nu war der Kummersbacher auf den Beinen.

„Wenn es die Eva wäre...“ Natürlich war sie es! Des kleinen Javelingens Antwort stand immer noch aus. Vielleicht hatte sie dies gewünscht und kam nun selbst, um sie zu bringen und... bei ihm zu bleiben.

„Hol’ andere Stiefel,“ kommandierte er. „Aber ein bißchen pausenlos – und... das gnädige Fräulein führe solange in das Eßzimmer.“

Dann dachte er gerührt und ärgerlich, daß dies Gerenne vom Bahnhof durch Wind, Regen und Brei eigentlich ein unverantwortlicher Leichtsinn von ihr gewesen sei... Hermann stand immer noch vor seinem Gebieter.