„Was fällt dir ein. So lauf’ doch...“

„Gnädiger Herr,“ sagte er plötzlich und ein Lachen flog um seinen faltigen glattrasierten Mund, „die Stiebel vom gnädigen Fräulein sind noch viel dreckiger...“

Der Kummersbacher brummte etwas. Dann schob er sich an seinem Diener vorbei und lief humpelnd auf die Diele heraus.

Hier stand etwas unendlich Gebücktes, Demütiges.

Bei diesem Anblick erlosch seine Freude. Er stutzte und schüttelte den Kopf... Wo hatte der Hermann seine Augen gehabt? Das war doch gar keine Dame. Ein bis auf die Haut durchnäßtes armes, heimatloses Geschöpf war’s, das sich vor Hunger und Uebermüdung wohl nicht weiter zu schleppen vermocht hatte.

„Gehen Sie in die Küche und lassen Sie sich allerlei Gutes von dem Koch verabreichen,“ sagte er mit der unbewußten Weichheit und Milde, die ihn stets beherrschte, sobald jemand seine Hilfe brauchte.

Aber die Demütige blieb, richtete sich nur ein wenig empor und sagte leise:

„Ich bin doch Klausine von Ostried...“

Es fuhr ihm in die Knochen. Er begriff nicht, wie sie sich zu ihm durchgefunden hatte.