„Auch nach meinem Empfinden wäre es kindisch, wenn Sie aus diesem Grunde fernblieben. Nach allem, was Sie mir von ihr erzählt haben, kann ich mir unmöglich denken, daß sie dies billigen würde.“

„Ich glaube beinahe auch nicht recht dran...“

„Wie können Sie noch überlegen? Der Schaden ist gewiß schmerzlich für Sie, aber viel schmerzlicher würde es sein, wenn auch dies letzte Kleid – dies Heiligtum in Ihren Augen – mitverbrannt wäre.“

„Darüber könnt’ ich bestimmt nicht wegkommen...“

„Sehen Sie wohl? Also Kopf hoch! und Hand her. – Vielleicht hat Ihre Frau Präsidentin aus der Höhe den ganzen Brand überhaupt bestellt, damit ihre alte, überbescheidene Pauline wenigstens einmal im Leben in Seide rauscht.“

„Zuzutrauen wär’ ihr das schon...“

„Na also. Nachher werden Sie mir jedes verbrannte Stück genau aufzählen und möglichst beschreiben, damit ich ordnungsgemäß Anzeige von dem Brand machen kann. Einstweilen sehen Sie, bitte, nach, wer draußen Sturm läutet.“

Es war die Hausmeistersfrau, die Gretchen Müllers Brief brachte.

„Lieber, guter Bruder...“ Walter Wullenweber wischte mechanisch über die schrägliegenden Buchstaben, die ihm in zitternden Wellenlinien entgegensahen. Er rief nach der alten Pauline. Seine Füße waren plötzlich zu schwer zum Aufstehen, seine Hand zu unsicher zum Klingeln.