Mit einem dumpfen Aufschluchzen warf er sich über sie. „Kleine Lieselotte!“
Seine Arme hoben sie ein wenig empor. „Lieselott, ich bin bei dir.“
Da zuckten die Lider endlich und ihre Augen wachten auf: „Walter... Bruder...“ Nichts weiter vermochte sie zu sagen.
Er fragte nichts. Er lag auf den Knieen und hatte seinen Kopf in ihre Hände gebettet. Sanft lehnte sie ihre Wange an sein dichtes, blondes Haar.
„Wie schön ist das, Walterle...“ Und dann wie ein Hauch: „Der Vater... unser Vater... weiß er schon?“
Er machte eine verneinende Bewegung.
„Walterle,“ sagte sie dicht an seinem Ohr, „ich habe mich halbtot vor dir geschämt. Jetzt ist alles, alles gut! Aber, es dauert nicht mehr lange. Und ich muß dir doch so viel erzählen.“
Zuerst sprach sie von sich, während er einen Stuhl neben ihr Lager geschoben hatte und ihre Hände festhielt. Sie mußte häufig Pausen machen. Sonst reichte ihr Atem nicht aus. Und er mußte doch so unendlich viel wissen.
„Du wirst geahnt haben, wohin ich ging, als ich Euch verließ?“ begann sie in bebender Scham.
„Ja,“ nickte er und verhüllte seine Augen mit der Rechten, „zu dem Mann, vor dem ich dich schützen wollte.“