„Glaubst du, Walter, daß mich eine andere, wie sie, damals aufgenommen hätte – mit dem Schimpf der Verlassenen und Geächteten. Todkrank. Kaum ein anständiges Stück Zeug auf dem Leibe – –“
„Hör’ auf!“ flehte er gequält.
„Du mußt genau wissen, wie es damals um mich stand. Sonst begreifst du ihr großes, warmes Opfer nicht voll.“
„Doch, ich fühle es in seiner ganzen Tragweite, Lieselott.“
„Du hast sie vorher eine Heilige genannt. Das ist sie wirklich... Sieh, ich weiß am besten, wie rein sich ihre Seele hält. Darin ist lauter Licht und Keuschheit. Alles nur für dich!“
„Und ich konnte sie richten,“ dachte er dumpf.
Ihr leichter Körper wurde schwer in seinen Armen. Das Gesicht veränderte sich auffallend. Es nahm spitze, fremde Züge an. Der Atem setzte aus. – Es ging aber wieder vorüber.
„Tag und Nacht hat sie um dich geweint, Walter!“
Dann sprach sie lange nichts mehr. Nur der Atem kämpfte verzweifelter, bis wieder ein rosenrotes Bächlein über ihre Lippen quoll. Danach wurde ihr leichter wie zuvor. Nur die Stimme gehorchte nicht mehr, und die Gedanken waren weit – weit weg.