„Meine Harfe,“ verlangte sie mit einem röchelnden Lachen, „laßt sie mir doch!“

Er dachte daran, daß er sie ihr zuweilen verschlossen gehalten, weil sie ihre Aufgaben für die Schule und später für die Häuslichkeit darüber vernachlässigte. Ueberall empfand er seine Mißgriffe.

„Herr Tebecke konnte keine Musik vertragen,“ träumte sie erschauernd.

Das war der Name des Mannes, dessen Reichtum den Vater geblendet und sie aus dem Hause dem Andern entgegen gehetzt hatte.

Auf ihren eingefallenen Wangen erblühte ein Röslein. Die Augen glänzten. Sie wußte nichts mehr von der Gegenwart...

Sie lag, die Hände fromm gefaltet und lächelte.

Mit einem Wehlaut warf er sich über ihre Hülle...

Die kleine weiße Rose, aus dem Heimatsboden gerissen, durch den Strom sündiger Leidenschaft blutrot gefärbt, im Staub der Straße zertreten, – nun war sie wieder schneeweiß und würdig für den himmlischen Garten des allmächtigen Vaters!