Schluß.

Eva von Ostried war einen halben Tag eher, wie sie zuerst gedacht, aus Dresden zurückgekehrt, hatte von jeder telegraphischen Benachrichtigung abgesehen, weil sie der kleinen, aufmerksamen Hausgenossin keine Mühe machen wollte und sich durch den mitgenommenen Schlüssel mühelos Zutritt verschafft. Die verworrene Erzählung der Hausmeistersfrau unten im Hausgange war ihr unverständlich geblieben. Nun stand sie, Sorge und Zärtlichkeit auf dem Gesicht, vor – – Walter Wullenweber – –

Als sie ihn erkannte, streckten sich ihre Arme in stummer entsetzter Abwehr aus. – Nichts begriff sie, als daß er da war. Alles andere wurde ihr unfaßbar. Erst nach geraumer Weile merkte sie, was geschehen, und schrie in grauenhafter Furcht auf, daß die Todkranke, als sie ihrer letzten Stunde gewiß wurde, ihn gerufen haben mußte.

Aber warum? Hatte sie alles gewußt und wollte für sie bitten? Ja – so war es! Durch diese Erkenntnis kam sie zur Kraft!

„Sie hat es gut gemeint,“ sagte sie endlich leise und weich, „und es war auch gütig, daß du gekommen bist. Aber, nicht wahr, nun wollen wir uns nicht länger quälen. Ich werde mein nächstes Konzert abtelegraphieren und sie zur Ruhe betten lassen. Lebe wohl...“

Er war dicht neben ihr.

„Eva!“

Sie hob nur die Hand.