„Laß alles schlafen. Das ist meine letzte Bitte.“

Da stieß er heraus, was sie erst allmählich erfahren sollte. „Sie ist meine Schwester, Eva! Die arme kleine Lieselotte, von der ich dir schrieb... damals – –“

„Deine – Schwester – die du so lange vergeblich gesucht hast?“

„Ja. Hier ist der Brief, mit dem sie mich rief.“

Sie starrte darauf hin, als begriffe sie seinen Sinn nicht. „Deine Schwester?“ wiederholte sie nur immer wieder.

„Nicht wahr, das ändert alles!“

Sie sah mit wirrem Blick umher, an ihm vorbei und endlich auf das bleiche, lächelnde Gesicht der Toten.

„Was könnte es wohl ändern? Doch, die Bitterkeit! Ich will dir wenigstens die Hand reichen.“ Wie einst riß er ihre Rechte an sein Herz. „Nicht so! Es ist nur um ihretwillen. Sie hat mir ja auch dies Opfer gebracht.“

„Fühlst du es als Opfer, Eva? Vergiß doch! Ich liebe dich noch immer über alles.“

Sie schüttelte den Kopf. „Nichts mehr davon. Es ist alles längst vorbei und überwunden.“