„Geld wollen Sie also auch heute wieder von ihr, wenn ich Sie recht verstehe?“ forschte Eva von Ostried.
Da riß die Geduld des Bauern vollends.
„Ich bin der Tabakbauer Kleinschmidt aus dem Oderbruch, eine Meile von Schwedt, und brauch’ kein Geld mehr. Gott sei Dank. Und wenn Sie’s immer noch nicht wissen, merken Sie sich’s jetzt wenigstens. Ich bring’ ihr Geld. Das, was ich ohne Schuldschein oder Hypothek als bloßes Darlehn auf mein Gesicht und meine beiden Hände hin mal gekriegt hab’. Ich hab’ noch nie bis heut erlebt, daß man einen, der Geld bringt, nicht rein läßt. Und nun bestellen Sie ihr das, wenn Sie nachher keinen Aerger haben wollen.“
Das tat Eva nach kurzem Ueberlegen wirklich.
Die Präsidentin erhob sich sofort.
„Natürlich lassen Sie ihn nunmehr ungesäumt zu mir, Eva. Ich kann mir den Zorn dieses braven, tüchtigen Mannes sehr wohl vorstellen. Allerdings begreife ich vorläufig nicht, wie er mir jenes Darlehn ohne vorherige Aufkündigung einfach ins Haus bringen kann. Indes war die bisherige Art unseres Geschäftsabschlusses ja auch eigenartig und ungewöhnlich. Jedenfalls rufen Sie ihn mir!“
Sie streckte dem Eintretenden freundlich die Hand entgegen.
„Nichts für ungut, lieber Kleinschmidt. Sie haben wohl gemerkt, daß die, welche ich als die Meinen bezeichnen muß, weil sie treu für mich sorgen, überängstlich sind. Sehen Sie’s ihnen nach. Ich muß das täglich ertragen und noch dazu mein allerfreundlichstes Gesicht machen. Sie werden doch nur sehr kurz davon betroffen.“
„Ich an Ihrer Stelle würde sie schön auf den Trab bringen, Frau Präsident.“
„Möchte ich auch mehr als einmal besorgen, lieber Kleinschmidt. Aber – ich fühle, daß ich sie notwendig habe und nehme deshalb die gelegentlichen kleinen Uebertreibungen geduldig in den Kauf. – Ich will verreisen, wie Sie natürlich schon gehört haben. Sie sind mir also nicht böse, wenn ich Sie nicht zu längerem Verweilen nötigen kann.“