„Seit gestern.“

„Schade – sonst hätte man es als verjährt bezeichnen können.“ Und mit einem Augenzwinkern, als blende ihn immer noch der rote Schein, setzte er hinzu: „Wonach geht also Ihres Herzens Wunsch?“

„Ich bin volljährig geworden, Meister. Da darf ich heute unbescheiden sein.“

„Verlangen Sie immerhin. Die Erfüllung steht ja bei mir.“

„Sie müssen mir etwas vorsingen.“

„So – das muß ich?“ – In kindlicher Zutraulichkeit griff sie nach seiner schlanken, weißen Rechte.

„Ich habe mich den ganzen Vormittag darauf gefreut.“

„War es nicht anmaßend, die Bitte schon als erfüllt zu betrachten?“

„Vielleicht! Sie haben ja aber oft genug betont, daß der Bescheidene zwar sehr angenehm, aber doch durchaus unbrauchbar für das praktische Leben wäre.“

„Ja – was soll es denn sein?“