„Parsifals Lied aus dem zweiten Aufzug,“ bat sie mit dem Ausdruck der Sehnsucht in Augen und Stimme:

Auf Ewigkeit

Wärst Du verdammt mit mir

Für eine Stunde

Vergessen meiner Sendung

In Deines Arms Umfangen.

Sein Gesicht hatte wieder den steinernen Ausdruck, um dessentwillen ihm viele der früheren Kollegen die Seele abgesprochen hatten.

„Wir reden später noch darüber,“ meinte er kurz. „Vorerst heißt es fleißig sein. Beginnen Sie also –“

Wie ein gehorsames Kind fügte sie sich. Die wundervolle Stimme klang weich und voll, aus jedem Ton der Uebung. Trotzdem war er nicht zufrieden. Kurz und scharf rügte er und verlangte Wiederholungen. Für jemand, der seine Art nicht kannte, hätte es leicht den Anschein erwecken können, als sitze er um des täglichen Brotes willen neben einer Schülerin, die zu unterrichten ihm nicht den geringsten Spaß bereitete. Und doch sonnte sich auch heute sein künstlerisches Empfinden an dem strahlenden Glanz dieses gesegneten Talents. Er quälte sie mit Vorsatz, um zu prüfen, ob auch danach noch ihr leidenschaftlich geäußerter Wunsch um Erfüllung bäte oder ob sie in leisem Gekränktsein sich von ihm abwende. –

Sie tat es nicht.