„Kleine, süße Mignon, endlich sehen wir uns wieder.“
Paul Karlsen war an ihrer Seite und sie ließ ihn nicht ihre Verachtung spüren. – Alles lag weit hinter ihr! Wie eines wirren Traumes, den ein Kind gehabt und sich ganz falsch gedeutet hatte, gedachte sie flüchtig seines Kusses.
Er hatte ihre Hände freigegeben und schritt ruhig neben ihr dahin.
„Wohin wollen Sie, Fräulein von Ostried?“ Das klang durchaus korrekt und brachte ihr einen Strom zuversichtlicher Hoffnung.
„Wenn ich das selbst wüßte,“ entgegnete sie leise. Er betrachtete sie aufmerksam und schob sich ein wenig an sie heran.
„Fronen Sie nicht mehr bei Ihrer alten Dame, hinter deren Stuhl ich Sie oft genug – zähneknirschend – sehen mußte?“
Da sagte sie ihm von dem Tode der Präsidentin. Er hörte ihr aufmerksam zu.
„Gottlob – also der Kunst endlich zurückgegeben! – Wird das schön werden. Wir halten natürlich fortan fest zusammen.“
Sie mied seinen bittenden Blick.