„Schön. Sie sollen Recht behalten. Sonst ist es demnächst zu hundert angewachsen. Das weitere in dieser Sache später. – Heute will ich nichts für mich. Ich bringe Ihnen hier Fräulein von Ostried, die schon einmal mit noch nie dagewesenem Erfolg in Oeynhausen die Mignon gesungen hat. – Ihre Stimme birgt ganze Goldfelder.“

Die schlauen Augen glitten, den Wert ihrer Schönheit abschätzend, jetzt über Eva von Ostrieds Gestalt und Antlitz. Sie empfand diese Blicke mit körperlichem Schmerz.

„Um wieviel handelt es sich denn?“ fragte er langsam und vorsichtig.

„Fünftausend Mark würden vorläufig genügen.“

„Und die Sicherheit?“

„Gebe ich Ihnen! Zudem verpflichtet sich die Dame schriftlich zu regelmäßiger Abzahlung in Raten nach Abschluß ihres ersten Vertrages.“

Herr Freundlich lachte kurz und trocken auf.

„Eine schöne Sicherheit! Wollen Sie mich vielleicht zum Narren halten?“

Eva begann zu zittern. Die Scham, daß sie Paul Karlsens Vorschlag angenommen, wurde so stark, daß sie zur Tür strebte, um ohne Gruß zu scheiden. – Da streckte sich die dürre Hand des Geldverleihers nach ihr aus.