„Nicht so hitzig, Fräulein. Sie gefallen mir sonst. – Und ich könnte Ihnen schon helfen!“

Eva von Ostried sah in diesem Augenblick hilfesuchend nach Paul Karlsen hinüber. Sie wurde unsicher.

„Wir müssen uns aber vorher erst auf gut Deutsch mit einander verständigen,“ fuhr er fort. „Es soll natürlich die Oper sein. Kennen wir doch. – Was anderes wird’s auch tun. Kurz gesagt: Ich wüßte was Passendes für Sie. Auf die Stimme kommt’s dabei nicht besonders an. Aber Kleider und Firlefanz müssen sein. Was sonst verlangt wird, ist bei Ihnen vorhanden. – Sie gehen zum Varieté, Fräulein!“

Eva von Ostried riß nun doch die niedere Tür auf und flüchtete die ausgetretenen unsauberen Stufen empor auf die Straße.

Ohne sich nach Paul Karlsen umzusehen, lief sie weiter.

„Sie dürfen mir nicht zürnen, ich habe es gut gemeint,“ bettelte seine Stimme demütig. Sie sah starr geradeaus, damit er die Tränen ihrer Scham und Verzweiflung nicht merken sollte.

„Jetzt werden Sie kein Vertrauen mehr zu mir fassen können,“ klagte er. „Und ich wollte dies doch lediglich versuchen, damit Ihnen – das andere – nicht etwa schwer fallen sollte.“ Nun wandte sie ihm doch ihr Gesicht zu.

„Welches andere? Glauben Sie hiernach wirklich noch, daß ich einem zweiten Versuch zustimmte?“

„Ich glaube nichts. Aber ich weiß. Es ist kein Versuch mehr. – Sie brauchen lediglich „Ja“ zu sagen. Dann ist alles in Ordnung.“

„Ich wollte, ich wäre Ihnen nicht begegnet,“ sagte sie hart.