„Darf ich ebenfalls um eine Tasse Ihres unvergleichlich guten Tees bitten, verehrte Schwiegermama?“

Gedankenlos duldete Frau Eßling seinen Handkuß. Ihre Augen blieben dabei gespannt auf die Tochter gerichtet.

„Du siehst erschreckend blaß aus, Kind. Wie hast du geschlafen?“

„Ausgezeichnet, Mama.“

„Das glaube ich dir nicht! Zeige deine Hände. Natürlich – sie sind ganz kalt. Hast du gefroren? Warte einen Augenblick, ich werde sofort an Franz telephonieren. Es ist bestimmt zu kühl bei Euch. Darum habe ich ja am Vorraum der Diele die kleinen Oefen aufstellen lassen, damit sie angemacht werden, wenn die Zentralheizung noch nicht geht.“

„Laß doch, Mama,“ wehrte Elfriede gequält und suchte ängstlich den Blick ihres Mannes. „Die Sonne wärmt noch ganz wundervoll.“

Aber die Kommerzienrätin ließ sich nicht zurückhalten. Sie hatte schon den Hörer in der Hand, um dem alten Diener die nötigen Befehle zu erteilen.

Paul Karlsen saß mit einem rätselhaften Lächeln dabei. Er begehrte nicht auf, schlug nicht etwa mit der Hand zwischen die zerbrechlichen Kostbarkeiten, in denen der goldgelbe Tee deutlich schimmerte. Sondern er nickte seiner Frau beruhigend zu.

„Mama hat ganz recht. Ich habe es mir heute auch schon gedacht.“