„Mein kleiner, tapferer Kamerad, das ist auch gar nicht beabsichtigt.“
Als er wenig später heimging, lachte er leichtsinnig auf. Er hatte sich wieder mal auf der ganzen Linie nach ungeteiltem Beifall einen glanzvollen Abgang verschafft. Wann wäre ihm auch jemals ein Kampf, den er ernsthaft zu gewinnen trachtete, nicht zum Siege ausgeschlagen? – Mit wachsender Ungeduld sehnte er die Stunde herbei, die ihm ein ungestörtes Beisammensein mit der zur Zeit von ihm am meisten bewunderten Frau schenken sollte.
6.
Eva von Ostried lief wie einst als Kind, wenn der große Hofhund ihr hart auf den Fersen war, und trotz der wärmenden Sonne fror sie. An der großen Brücke, über welche die Wagen mit dem dumpfen Geräusch einer riesenhaften Trommel dahinrollten, saß ein Bettler mit einer Drehorgel. Die Töne ließen sie auflauschen.
Auf ihrem Wege stand eine alte Frau und rief ihre Zeitungen aus. Mechanisch kaufte sie. Vielleicht fand sich schnell eine Unterkunft. Irgendwo. Sie schüttelte sich. Aus der Tiefe ihrer Seele stieg ein Vorwurf empor.
„Ich hätte diesen Karlsen gar nicht anhören dürfen, nach dem, was er mir angetan hatte.“
Dann lächelte sie. Die Freude, ihm den sicher erwarteten Triumph zu zerstören, tat ihr wohl.