„Ich nicht,“ sagte Eva mit zuckenden Lippen, „ich habe hier nichts mehr zu suchen.“

„Sie sind doch wie ihr eigenes Kind gewesen. Ich weiß gar nicht, was Sie wollen. – Darum kann ich Sie auch nicht allein lassen. Sie sind mir eine Art Vermächtnis. Ich putze Ihnen die kleine Wohnung und koche und mache alles, wie Sie es nun längst gewöhnt sind. Genug Möbel – darunter den schönen feinen Flügel für Sie habe ich mir schon ausgesucht. Sie sollens genau wie bis jetzt kriegen. Dann ist es, als wäre sie noch bei uns. Und ich schlafe weiter in meinem Eisernen.“

„Gute Pauline – ich werde kaum eine eigene Wohnung brauchen. Ich nehme ebenfalls in Zukunft willig mit einem eisernen Bette fürlieb.“

„Ich bin ein einfältiger, alter Mensch und will nicht aufdringlich sein. Aber wenn Sie mir das erklären möchten, Fräuleinchen.“

„Erklären? Was denn? Es ist ja alles in bester Ordnung! Sie ist tot und ich muß sehen, wie ich möglichst schnell zu einer neuen Stelle komme. Sie meinen, daß ich plötzlich reich geworden wäre durch sie? Wie käme ich wohl dazu? Das wäre ja mehr als seltsam.“

Sie schluchzte auf und war doch der Ueberzeugung, daß sie lache.

„Versteh’ ich endlich recht? Sie wären nicht von unserer guten Frau Präsident bedacht, Fräuleinchen?“

„Dazu war sie nicht verpflichtet, Pauline. Ich habe mehr von ihr erhalten, als ich jemals verdient habe.“

„Fräuleinchen, sie hätte nicht sterben können, wenn Sie unversorgt zurückgeblieben wären. Mag einer reden, was er will. Sagen, daß der Tod sie überrumpelt hätte. Ich weiß es besser. Da muß sich noch was vorfinden, sage ich.“

„Es ist nichts da, Pauline. Verlassen Sie sich drauf.“