Alle Arten der Metallschmuckkunst zeigen die Vasen und Schwertzieraten, die in Vitrine XXVIII bis XXXIV ausgestellt sind.
SAAL II.
ARBEITEN DER EDELSCHMIEDE.
Schrank I und II. Die Antike ist durch galvanoplastische Kopien ihrer hervorragendsten Goldschmiedearbeiten vertreten: die in ihrer künstlerischen Form wie in der Treibtechnik gleich wunderbaren Becher aus Mykenä und Váfio; die spätantiken, zum Teil hellenistischen Silberarbeiten des Hildesheimer Silberfundes, der Funde von Boscoreale und Bernay.
Schrank III. Nachbildungen berühmter Goldschmiedearbeiten des Mittelalters: die vergoldete Silberschüssel im Domschatz zu Halberstadt, eines der schönsten Werke byzantinischer Goldschmiedearbeit; von romanischen Arbeiten das Ziborium des Louvre mit reichem Grubenschmelz; das Welfenkreuz; das Evangeliar von Wiener-Neustadt; der gehenkelte Kelch des Stiftes Wilten mit gravierten und niellierten Bildern. Von gotischen Werken: Kelch mit Volane aus Klosterneuburg; der silberne Monstranzenfuß aus Klosterneuburg; Gefäße aus dem deutschen Ordensschatz; Reliquienkästchen, Arm- und Kopfreliquarien aus Zara.
Eines der umfangreichsten Werke mittelalterlicher Goldschmiedekunst die Arca Simeonis im Dom zu Zara, in galvanoplastischer Nachbildung (frei aufgestellt).
Schrank IV und IV a. Von dem Aufschwung des deutschen Goldschmiedehandwerkes im XVI. Jahrhundert geben die Nachbildungen von Renaissancearbeiten eine Vorstellung. Im Anfang der Renaissance wirken noch gotische Formen der Treibarbeit nach, die in dem Korvinus-Pokal von Wiener-Neustadt vielleicht ihren schönsten Ausdruck gefunden hat. Als die italienische Renaissance in Deutschland durchdrang, da nahmen sich die Goldschmiede die Maler zu Hilfe, die die italienischen Formen, die Mode gewordenen mythologischen Darstellungen beherrschten. Da waren die Vorlagen der Maler und Kupferstecher von höchster Bedeutung für den ausführenden Handwerker. Von hervorragenden Stücken jener Zeit sind in Nachbildungen der Landschadenbund-Becher (Graz), der Jamnitzer-Pokal (Nürnberg), Pokale nach Paul Flynt, Hans Holbein d. J. u. a., ferner Stücke aus dem Lüneburger Ratssilber ausgestellt.
In der Sammlung des Museums überwiegen an Originalen Stücke aus der Spätzeit des XVIII. Jahrhunderts.
Vitrine V. An Renaissanceoriginalen sind hervorzuheben ein [Viertraubenbecher] aus Lüneburg; ein Wiener Pokal mit ausgebildetem, fein getriebenem Renaissanceornament; eine ähnliche Arbeit aus Augsburg; ein mit Medaillons gezierter Nürnberger Pokal mit altem ergänzten Fuß von Augsburger Arbeit.
Vitrine VI. Ein Nürnberger Kokosnußpokal in vergoldeter Kupferfassung mit feinem Rankenornament; ein Breslauer Humpen; eine Augsburger Kanne mit dem getriebenen Bild einer mythologischen Geschichte; ein Augsburger Pokal mit dem Bandornament der Kleinmeister; zwei Nürnberger Satzbecher.
Vitrine VII. Ein vergoldeter Tafelaufsatz mit getriebenen figuralen Bildern; eine schwere Kanne mit graviertem Bandwerk; ein Augsburger Doppelbecher, in der Gestalt einer bechertragenden Dame (sogenannter Jungfernbecher); eine Brünner und eine Augsburger Kanne des XVII. Jahrhunderts. Eine mehr barocke Form zeigt der Wiener Humpen vom Ende des XVII. Jahrhunderts mit getriebenem Blattwerk.