Oliver ahnte Unrat, sein Mädchen war so fremdartig; sie sagte zärtlich: „Armer Oliver!” und sie äußerte, Gott habe sie beide schwer heimgesucht.

„Ja,” stimmte Oliver bei.

„Das ist nun eben unser Schicksal,” murmelte sie und seufzte.

„Was meinst du?” fragte er.

„Was meinst du selbst?” versetzte sie.

Da gab er sofort nach, teils aus altem Hochmut, teils weil er einsah, daß sie eigentlich recht hatte. Man konnte vor der nackten Tatsache unmöglich die Augen verschließen.

Sie besprachen die Sache miteinander, und sie gebrauchte lauter schonende Worte, aber die Absicht war deutlich.

„Ich verwundere mich nicht über dich,” sagte er mit niedergeschlagenen Augen.

Als sie gehen wollte, schien sie das Schwerste immer noch nicht gesagt zu haben, zuerst ging sie nach der Tür, kam aber dann wieder zu ihm zurück, strich ihm über beide Wangen und hob seinen Kopf auf.

„Jetzt sei nicht gegen uns beide, indem du nein sagst. Ich hab' mir's überlegt. Du hast ja nicht allein dich selbst, sondern auch noch deine Mutter zu versorgen. Das ist nicht so leicht für dich.”