Seht, es ist jetzt nicht mehr viel übrig von den Zieraten auf der Kommode, sie sind zu oft als Spielsachen für die Kleinen benutzt worden, und was den kleinen Taschenspiegel im Messingrahmen betrifft, so ist der allerdings nicht den Weg alles Fleisches gegangen, sondern Oliver hat ihn ausgeführt, um sich im Lagerhaus darin spiegeln zu können. Das verdorbene Mannsbild, das Frauenzimmer, er betrachtete sich im Spiegel!

Er wartet, bis er besser zu Wort kommen kann, um etwas kund zu tun. Was kann das für eine Neuigkeit sein, die er mit sich herumträgt? Daß Johnsen am Landungsplatz doppelter Konsul geworden ist? Das auch, das ist das erste. Aber plötzlich sagt er zu Petra: „Sie redeten davon, daß bei Johnsens eine große Gesellschaft gegeben werden soll.”

Oliver kam ab und zu mit einem Auftrag für seine Frau heim, daß man sie bei Johnsens nötig brauche, Frau Johnsen habe gesagt, Scheldrup habe ein Wort darüber fallen lassen, auch der Konsul selbst hatte bisweilen eine Arbeit für sie. Manchmal hatte es nichts auf sich, es war ein „Mißverständnis” von Oliver gewesen, und es kam auch vor, daß es eine freie Erfindung von ihm war. Aber so oft Petra einen solchen Bescheid bekam, zog sie ihren Sonntagsstaat an und ging fort; das schadete niemand, und sie bekam jedenfalls eine Freistunde.

„Na, haben sie nun wieder Gesellschaft?” fragt sie.

„Es scheint so. Wenn er doch Doppelkonsul geworden ist. Du wirst es ja hören.”

„Dann soll ich wohl ein wenig helfen?”

„Ja. Und vielleicht sollst du heut abend auch das Kontor aufwaschen. Ich hab' es nicht so genau gehört.”

Petra geht. Die Großmutter bleibt bei den Kleinen, die Stube leert sich allmählich. Oliver schleicht seiner Frau nach und paßt eifersüchtig auf, ob sie auch wirklich zu Konsul Johnsens geht. Doch Petra ist an dieses Auflauern gewöhnt, sie weiß, sie hat ihn hinter jeder Straßenecke, und sie wehrt jedem Streit, indem sie weder nach rechts noch links ausweicht.

Auch Abel bleibt nicht zu Hause. Er hat einen herrlichen Peitschenstiel gefunden und ihn unter der Türschwelle versteckt. Jetzt holt er ihn hervor und betrachtet ihn, es ist ein aus Riemen geflochtener Peitschenstiel, sehr biegsam und ausgezeichnet, Abel weiß sofort, wozu er zu gebrauchen ist. Auf alle Fälle kann er ihn in der Hand tragen, ihn durch die Luft sausen lassen; er hat einen stattlichen Messingknopf. Abel kennt die Fuhrleute der Stadt und weiß so ungefähr, wer den Peitschenstiel verloren hat; aber leider ist er gerade nicht ehrlich aufgelegt und mag ihn darum nicht dem Besitzer hinbringen. Statt dessen geht er zum Fischer Jörgen.

Ach, daß er es nicht lassen kann, um dieses Haus zu kreisen, dieses Eden, aus dem er vertrieben worden ist! Daß Eduard auch nicht wo anders wohnt!