„Das ist keineswegs gewiß.”
Merkwürdig, daß sich Konsul Johnsen immer so viel von dem Doktor gefallen läßt! Daß er ihm auch in allen diesen Jahren nicht ein einziges Mal die Tür gewiesen hat! Die medizinische Autorität? Was hatte der Konsul vor andern damit zu tun? Natürlich stand der Doktor in der Stadt in ungeheuerem Ansehen, das wohl, aber konnte sich das mit dem Ansehen, das der Konsul genoß, irgendwie vergleichen? Wahrhaftig, es war für jedermann ein Rätsel, daß der Doktor es sich herausnahm, so von der Leber weg mit dem gewaltigen Manne zu reden.
Und gerade jetzt war eine Zeit, in der der Konsul Grund hatte, noch weniger als sonst Ärger hinunterzuschlucken: er hatte vorher schon genug davon. Er sagt darum so wenig verletzend wie möglich: „Wir Eltern wollen hoffen, daß die Vorsehung barmherziger gegen Fia sein wird, als Sie, Herr Doktor. Wollen Sie sich nicht eine Zigarre anstecken, ehe Sie gehen?”
„Doch gerne, wenn ich gehe. Wenn Sie das mit Fia richtig aufnehmen wollten, dann hätte sie die Barmherzigkeit der Vorsehung nicht besonders nötig. Wie ist es denn, soll sie nicht auch einmal heiraten?”
„Taugt sie dazu vielleicht zufällig auch nicht?”
„Ein Mann will eine Frau heiraten und nicht eine Malerin.”
Lächelnd sagt der Konsul: „Nun, dann muß sie sich eben später die Eigenschaften der verheirateten Frau erwerben. Das hat aber noch mehrere Jahre Zeit. Vorerst ist sie der Kunst beflissen.”
„Angenommen, sie hätte sich dieses Vergnügen nicht leisten können, so wäre sie genötigt gewesen, als Frau viel tüchtiger zu werden,” sagt der Doktor. „Und angenommen, sie könnte sich das nicht immer leisten?”
Wieder sagt der Konsul lächelnd: „Dann müssen Sie sie versorgen.”
„Sie hören doch, ich sage nur angenommen.”