„Und das hören Sie mit an, Berntsen!” sagt Oliver und verlangt Zeugen.

Aber Berntsen ist ein alter, gewiegter Kaufmann und verfährt klug und vorsichtig; Schreiner Mattis war kein schlechter Kunde, er war Handwerksmeister mit Lehrling und Gesellen. Er hatte ein Haus, wenn auch kein Heim, er hatte nur Maren Salt, jawohl, aber darum war Mattis doch nicht der erste beste, und jetzt war er auch noch in den Gemeinderat gewählt.

„Nimm dich in acht, Oliver!” mahnte Berntsen. „Soweit ich es beurteilen kann, hast du den Fehler gemacht, und du darfst nicht leichtsinnig mit dem Gewicht umgehen, das würde dir der Herr Konsul auch sagen.”

Damit war diese Sache erledigt.

Dem Konsul war die Geschichte mitgeteilt worden; er selbst war ja natürlich über jeden Verdacht erhaben, aber geärgert hatte er sich doch. So, man lief also in der Stadt herum und ließ nachwägen, was bei ihm gekauft worden war? Und daß sich jemand herausnahm, in seinem Laden zu schreien: „Heraus mit dem Konsul!” das war genau so, wie wenn die Matrosen auf der Fia über die Kost klagten. Nein, der alte gute Geist war von der Erde gewichen, alles sollte gleichgemacht und alle Grenzen sollten verwischt werden; man drängte sich an ihn heran, man mischte sich in seine Angelegenheiten, ein Doktor bildete sich ein, in seiner Gegenwart alles sagen zu dürfen! Und dann die vielen Konsuln, die in jeder Straße emporschossen!

Der Doktor hätte also eine passendere Zeit und Stunde finden können, um die Geduld des Konsuls auf die Probe zu stellen.

Es klopft an der Kontortür, und da der Konsul keine Antwort gibt, so ruft der Doktor: „Herein!” Auch das erlaubt sich der Doktor. Vor wenigen Jahren noch hätte der Konsul dem sofort ein Ende gemacht, früher war er nicht so wehrlos gewesen, jetzt schien er irgendwie innerlich geknickt zu sein. Was in aller Welt hatte er zu fürchten? Wußte der Doktor etwas vom ihm, dieser Bezirksarzt und Quacksalber, hatte er irgendeine Waffe gegen den Doppelkonsul?

Herein tritt der Apotheker. Er ist klein und nervös, beinahe gänzlich bartlos, ein vermöglicher Mann, verheiratet, aber kinderlos, mit Junggesellenmanieren, er trug fleckige Kleider und roch nach Medikamenten und Tabak.

„Guten Tag!” sagt er.

„Meinen Sie?” erwidert der Doktor. „Ich meine, es sei ein schlechter Tag.”