„Richtig!” sagte der Maler, „da haben wir gerade den rechten Ausdruck, das ist großartig, der feste Mund, die Klugheit. Bleiben Sie nun so sitzen, Herr Konsul,” sagte er, wie wenn er photographieren sollte.
Und Konsul Olsen gab sich aus Eitelkeit Mühe, sich mit einem großen Kornhandel in Argentinien zu beschäftigen, anstatt zu singen und den festen Mund durch Grimassenschneiden zu verunstalten.
Das Porträt versprach ganz besonders gut zu werden, und der Maler, der Tünchersohn, bat, es in Christiania ausstellen zu dürfen. Bitte, ja, jawohl!
Der Konsul selbst verabscheute zwar, ausgestellt zu werden, aber wenn es für den Maler von Nutzen sein konnte, dann —! Er wollte sich gerne dem jungen Künstler entgegenkommend zeigen, alle in der Familie zeigten sich entgegenkommend, auch die Töchter, aber sie verliebten sich nicht in ihn. Da schien sein Kollege, der die Frau Konsul malte, bessere Aussichten zu haben, o, aber auch er wurde eines Tages ordentlich geprellt! Das mußten ein paar eigene Damen sein, sie waren aus einem Kaufmannshaus und wollten wohl am liebsten im Kaufmannsstande bleiben; sie nannten deshalb auch sehr oft Scheldrup Johnsen. Komische Mädchen also und vielleicht nicht besonders aufgeweckt. Oder wie? Eines Tages, als der Hardesvogtsohn ihr Porträt angefangen hatte, schwänzten sie einfach mir nix dir nix die Sitzung. Als Entschuldigung gaben sie an, daß sie ganz unerwartet Scheldrup Johnsen auf der Straße getroffen, bei ihm stehen geblieben seien und mit ihm geplaudert hätten; er sei zu kurzem Aufenthalt zu Hause.
Als ob das eine Entschuldigung wäre! Der Maler empfand es als einen Betrug — eine Beleidigung.
15
Scheldrup Johnsen war unerwartet heimgekommen und mußte auch ebenso unerwartet wieder abreisen.
Er nahm des Vaters Geschäftsführer Berntsen mit sich und ging in des Doktors Sprechzimmer, grüßte kurz und tat folgende Fragen: „Was bedeuten die Briefe, die Sie mir geschickt haben? Ich bin hierhergekommen, um es zu erfahren.”