„Das tu' ich, ich stehle dem Sprechzimmer eine halbe Stunde und gehe mit Ihnen. Und Sie selbst, Henriksen, geht es Ihnen gut?”

„O ja, danke, Herr Doktor. Ja, es fehlt mir nichts.”

„Natürlich, wie ein Fels! Hat Ihre Frau nichts gesagt, bevor sie starb? Hatte sie nicht noch irgend etwas Intimes mit Ihnen zu besprechen? Das ist doch meist so.”

„Nein,” antwortet Henriksen und schüttelt den Kopf. „Sie meinen, ob sie mich gebeten habe, für die Kinder zu sorgen, für den Kleinen zu sorgen? Nein.”

„Wenn die Menschen sterben, haben sie einen Drang, für dies und jenes um Verzeihung zu bitten, sie können im geheimen etwas Unrechtes getan haben, einen Fehltritt oder so etwas. Sterbende haben mich bisweilen gebeten, ihre Bitten zu übermitteln.”

„Nein, o nein. Und außerdem hatte sie mich für nichts um Verzeihung zu bitten, o weit entfernt. Ich war auch leider nicht anwesend.”

„Ich habe gehört, sie habe nach dem Pfarrer verlangt.”

Ohne einen Schatten von Verdacht antwortet Henriksen: „Ja, sie hat wohl das Abendmahl nehmen wollen. Der Junge ist groß und prächtig, aus dem kann etwas werden; gewachsen ist er auch schon, obgleich er nur mit der Flasche aufgezogen wird, ein Schreihals und ein Zornickel ist er!”

„Aber er hat braune Augen,” sagt der Doktor.

„Ja, ist das nicht merkwürdig!” erwidert Henriksen. „Da hat sie nun alle die Monate hindurch diesem Kind braune Augen gewünscht, gerade wie dem vorhergehenden. ‚Wenn ihm nur Gott braune Augen schenken wollte, sie sind so sehr hübsch!’ sagte sie. Und da ist ihr dieser Wunsch erfüllt worden.”