Der Schmied springt auf und macht sich zu schaffen: „Nein, das geht nicht an! Bist du bereit, Abel? Hehe, ja wir sind tüchtige Gesellen! So, nun zieh den Blasbalgen!”

Er scherzt und tut ganz lustig, aber er ist wohl eher alles andere, alt und müde, rührselig, verbraucht. Er hatte keine Kräfte mehr; Abel, der junge Kerl, konnte das doppelte Gewicht heben und den ganzen Tag aushalten. Was dem Alten half, war sein Handgeschick, die Übung, die Arbeit ging ihm leicht von der Hand; aber oft starrte er mit seinen matten Augen auf ein schweres Stück und scheute sich, es in Angriff zu nehmen.

O nein, er war sicher nicht lustig. Er hatte auch nicht die große Freude an seinen Kindern, nicht an allen. Über eine seiner Töchter war einstens viel geredet worden, jetzt war sie mit dem Kaspar verheiratet, der wegen ihrer „Weitschweifigkeit” den Dienst als Matrose aufgeben und auf der Werft Arbeit nehmen mußte. Jetzt war die Frau und das Gerede über sie verstummt, aber vor vielen Jahren, während der Mann draußen war, verließ sie ihr Haus und fuhr auch auf der See, fuhr frech dahin, fuhr lustig fort. O, sie war eine leichte Haut — der Mann und vielleicht noch mehr der Vater wurden damals allgemein bemitleidet.

Und doch — der Schmied Carlsen ist weit davon entfernt, ein trostloses Leben zu führen, er ist zufrieden mit seinem Los. Am Abend dankt er Gott für den vergangenen Tag, er ist verwundert, daß er so gut vorübergegangen und nichts Schlimmes geschehen ist. Wie leicht hätte ein Unglück passieren können! Nachher spaßt er wohl behaglich und schnurrig mit seiner Tochter: „Ja, wir zwei Männer haben heute wahrhaftig außerordentlich viel geleistet, aber was hast du getan? Ich seh' nichts davon, daß du dich hier gerührt hättest, die Stühle stehen noch ebenso heil, wie vorher.”

Sie lachen beide, und die Tochter sagt: „Aber ich hab' leider heute zwei Teller zerbrochen.”

„Ist das etwas?” sagt der Vater. „Wär' ich's gewesen, na, da hätt' ich ein Dutzend zusammengeschlagen.”

Wenn sie nun in so guter Laune sind, wagt es Abel aufs neue, zu fragen, ob er wohl morgen wegbleiben könne, ob er überhaupt noch zu kommen brauche? Aber da wird der alte Schmied ernst; er sieht den Jungen an und meint fast, das sei das Schlimmste, was er je von ihm gehört habe: ob er solche Eile habe, mitten in der strengsten Arbeit fortzugehen, und wohin er denn wolle?

Abel wollte sich verheuern.

Verheuern? Jetzt, so spät im Sommer, wo es dem Winter zugehe? Im Frühjahr sei die beste Zeit. Ob er nicht wenigstens noch einen Monat bleiben könne? Denn jetzt hätten sie ja die vielen großen Arbeiten; sie müßten Hauen und Minenbohrer für den Stadtingenieur machen, für Konsul Heiberg zwei Türschlösser instand setzen, für Henriksens auf der Werft eine neue Stahlfeder in den Kinderwagen einsetzen, für die Buttermaschine in Konsul Johnsens Landhaus eine neue Achse drehen, und für den Maler, der die Kirche malen sollte, alle möglichen Kloben schmieden. Das sei für lange Zeit die Arbeit von vielen Gesellen.

Abel blieb.