Dies hatte er natürlich gut aufgenommen und gefragt: „Geben Sie mir gar keine Hoffnung, Fräulein Fia?”

Nein, es tue ihr leid.

Und er hatte es auch noch weiter gut aufgenommen und wie ein feiner Mann gefragt: „Dann sind Sie nicht mehr frei, Fräulein Fia?”

Doch, das sei sie.

„Na,” sagte er und schwieg.

Er verstand sie nicht, verstand das ganze Mädchen nicht, er dachte wohl, sie stehe sich selbst im Lichte. Er zog sich zurück.

In dieser seltenen Lage weiß sich die Komtesse nicht recht zu helfen, sie läßt sich verleiten, mehr zu sagen, Dummheiten, Beleidigungen. Sie tat es wohl, um nett zu sein, um die harte Entscheidung etwas zu mildern, aber sie sagte, sie stamme aus einem guten Heim und könne sich nicht denken, es zu verlassen.

„Sie könnten ja wieder ein gutes Heim bekommen!”

Es würde wohl nicht dasselbe sein. Alles fessle sie an ihre Heimat, sie habe gebildeten Umgang, sei umgeben von Vornehmheit, illustrierten Blättern, alter Kultur —

Der Rechtsanwalt sah sie an. Darauf nahm er es nicht mehr gut auf, sondern fing an zu lachen. Sie ließ ihn lachen, sie wurde gar nicht verlegen. Als er wieder ernst wurde, sagte er: „Aber liebes Fräulein Fia, was Sie da aufzählen, könnten Sie ja alles wiederbekommen. Nicht wahr?”