„Ja, dann mache ich mir keine Hoffnung, daß wir bald fertig werden!” sagt der Konservative mit einem Lächeln.

Das traf. Aber es schien die Mehrzahl nur aufzureizen. Sollte der Vertreter vom Gebirge den Rechtsanwalt aus der Küstenstadt, einen neuen Mann, der in der Sache der unterdrückten Matrosen so ganz genau auf der rechten Seite stehe, nicht unterstützen dürfen?

Und am Nachmittag siegte denn auch Rechtsanwalt Fredriksen gründlich und bekam seine Untersuchungskommission bewilligt. Das konnte man einen vielversprechenden Anfang nennen, sein Wahlkreis legte Ehre mit ihm ein.

Konsul Johnsen liest die Zeitung, wirft sie hin und nimmt sie wieder auf. Seit lange ist er nicht so aufgeregt gewesen.

Schließlich gibt er die Zeitung Berntsen hinaus und sagt: „Lesen Sie das Geschwätz!” Er war sehr empört. Hier thronte er in seiner Stadt und half freigebig nach rechts und links, nahm Krüppel in seine Dienste, zahlte für ihre Kinder auf höheren Schulen, übte Barmherzigkeit, tat Gutes — was hatte er davon? Überfälle! Wenn nur Scheldrup daheim gewesen wäre, um die Verteidigung zu übernehmen, C. A. Johnsen war müde, dieser Kampf ums Leben mußte ja jeden Tag neu aufgenommen werden, er konnte nicht mehr.

Hätte er jetzt wenigstens einen einzigen Ort gehabt, wohin er sich wenden könnte! An den Postmeister wieder? Ja, wenn er durchaus wünscht, von religiösem Geschwätz übermannt zu werden! Nein, da macht er lieber einen Spaziergang in seinen Garten, bleibt eine Stunde weg, kehrt dann in sein Kontor zurück und geht mit frischen Kräften wieder an seine Arbeit. Wer weiß, es war vielleicht ein scharfsichtiger Einfall, eine Hilfe in der Not, eine plötzliche Eingebung, vielleicht kam sie vom Himmel, das konnte gut sein!

Und der Konsul holte sich wirklich etwas Beruhigung in seinem Garten; da saß seine Tochter in aller Unschuld, sie malte spanischen Flieder und plauderte mit ihm, es war ein Vergnügen ihr zuzusehen, wie ihr die Blüten so gut gelangen, ganz täuschend ähnlich, und es wirkte wohltuend auf den Vater, daß sie so zufrieden mit ihrem Dasein war.

„Da sitzt du und bist fleißig, Fia?”

„Ja. Dies ist für die große Ausstellung. Meinst du nicht, ich könne stolz auf dieses Bild sein, Papa?”

„Jawohl.”