„Wir müssen alles lernen.”
Frank war weit über seinen Stand hinausgewachsen und sprach wie ein Verrückter. Er war nur noch sich selbst verständlich und konnte sich nicht einmal wie die Elster den Elstern verständlich machen. Wo will das noch hin? Er fragte Abel: „Es gibt wohl nicht eine einzige ausländische Zeitung hier in der Stadt?”
„Das weiß ich nicht,” erwidert Abel. „Aber der Stadtingenieur hält sich Zeitungen.”
„Ausländische? In ausländischen Sprachen?”
„Das weiß ich nicht. Aber die norwegischen.”
„Die norwegischen!” macht Frank verächtlich.
In dieser kleinen Küstenstadt konnte jedermann englisch; wer hätte nicht englisch gekonnt? Aber der Jüngling Frank konnte allzuviel, er mußte sich selbst mitteilen, mußte fragen und antworten, nicken, den Kopf schütteln, zweifeln und stumm glauben. Zuweilen drang ein Stöhnen zu der Großmutter in die Stube heraus, das kam aus der Kammer, es kam von dem Felsen, kam von einem, der in Ketten lag.
Abel war unglaublich einfältig; er konnte ein Buch in die Hand nehmen und fragen: „Was ist das für ein Buch?”
„Latein. Das verstehst du nicht.”
„So, dann ist es also lateinisch gedruckt.”