Frank schweigt.
„Willst du am Sonntag eine Bootfahrt mit uns machen?” fragt Abel.
Frank schüttelt zweifelnd den Kopf. „Wer geht mit?”
„Wir sind eine ganze Gesellschaft.”
„Einige von der Werft?”
„Was, von der Werft? Die sind ja so klein. Klein-Lydia kommt mit.”
„Klein-Lydia!” versetzt Frank spöttisch.
Unglaublich einfältig ist Abel. Er fühlte kein Entzücken, wenn er Bücher las, er dachte wie ein Schmied. „Klein-Lydia,” sagte er. Frank hatte sich nie etwas aus Bootfahrten gemacht, jetzt machte er sich noch weniger daraus, er war daran gewöhnt, für sich zu bleiben. Er ging nicht einmal mehr mit Reinert um, die beiden Studenten traten nun jeder für sich auf. Der gute Reinert trat ja allmählich auf der Straße allzu überlegen auf, er trug Überzieher und Medaillon und sprach sehr erwachsen, eines Tages begrüßte er Fia Johnsen und sagte ihr eine Schmeichelei über ihren Hut. Das war zu viel, Fräulein Fia ging stumm vorbei. Frank stand allerdings in der Nähe, als dies geschah, und Reinert zog ihn frech mit in den Skandal hinein, indem er laut lachte und sagte: „Hast du das gesehen, Frank?” Frank wählte einen Richtweg nach Hause.
Nein, er hatte anderes zu tun, als sich mit Reinert herumzutreiben, die Mädchen zu grüßen, die Damen, und sie heimzubegleiten. Leeres Vergnügen! Dagegen ging er hie und da auf die Werft hinaus, er hatte bei Henriksen, der Achtung vor dem studierten Mann empfand, Zutritt gefunden und machte nun zuweilen einen Spaziergang mit der ältesten der kleinen Töchter, mit Konstanze, und erzählte ihr einiges aus einer größeren Welt, als die ihrige war. Seht, Konstanze war noch ein kleines Mädchen und noch nicht ganz erwachsen, nein, aber wahrhaftig, sie war schon recht verständig und horchte dankbar auf seine Erzählungen aus einer großen Welt. Das waren angenehme Ausflüge. Frank betrug sich bei Henriksens sehr gebildet, er sagte „wie beliebt!” und „bitte um Entschuldigung!”; er erhielt eine Zigarette und nahm sie aus dem Munde, wenn er sprach, er trank Kaffee und spreizte dabei sehr gebildet den kleinen Finger. Von großer Verliebtheit war keine Rede, nur von einer kleinen Herzensregung, einem guten Geschmack im Munde. Man sah, wohin Reinerts Gewaltsamkeit führen konnte, sein Herz machte am hellen Tage große Sprünge auf der Straße, es konnte ihn eine leichtsinnige Lust ankommen, laut zu pfeifen, zu singen. Frank hielt sich jede Verliebtheit auf Armeslänge vom Leibe.
Es wurde Sonntag, und Abel kam nach Hause, um seine Schwestern zu der Bootfahrt abzuholen; noch einmal fragte er Frank, ob er nicht mitkommen wolle.