„Eine fürchterliche Strafe, mehrere Jahre. Und dem will ich mich nicht aussetzen.”

Bei Tag arbeitet er jetzt an einer kleinen Bettstelle, einem Kinderbettchen für eine Familie in einer andern Stadt, sagt er; die Maße sind ihm angegeben, es ist also eine einfache Bestellung. Es wird ein schönes Gitterbettchen mit ein wenig Schnitzerei am Kopf- und Fußende, und er hat auch den Auftrag, es weiß anstreichen zu lassen, ehe er es abschickt. Er steht also da und arbeitet. Aber es ist eine verfluchte Geschichte mit dem Lied, mit diesem Kinderverschen, es kommt ihm tagelang nicht aus dem Kopf, er ertappt sich dabei, daß er es während der Arbeit vor sich hinsummt und sich lächerlich macht. Ein Mann mit so einer Nase beim Hobeln ein Kinderliedchen summen! Er hat den Gesellen im Verdacht, daß der sich das Lachen nicht recht verkneifen kann.

Er war recht froh, als er so weit war, daß er den Lehrling mit dem Bettchen zum Maler schicken konnte.

Noch froher hätte er sein können an dem Tage, da er es schneeweiß und blank wieder zurückerhielt und es einpacken und fortschicken konnte. Aber dem Mattis hatte das Schicksal wohl abermals einen Streich gespielt, jetzt war das Bettchen abbestellt worden, die Leute hatten ein fertiges gekauft, Mattis hatte einen Brief dieses Inhalts bekommen. Jawohl, ein neuer Streich vom Schicksal! Aber Mattis nahm es diesmal merkwürdig gelassen hin; er sagte: „Das tut nichts, das Bett kann ich immer wieder loswerden. Aber es ist, wie ich sage, was man nicht alles erleben muß! Nein, man sollte sich auf solche Bestellungen aus einer andern Stadt niemals einlassen!” sagte Mattis.

Kurz gesagt, er mußte das Bett behalten.

Und nun konnte der Junge, Maren Salts Kind, das Bettchen gerne leihweise benützen, eine Woche oder so, bis es verkauft wurde. Das schadete dem Bettchen nichts.


21

Gewiß ist es am besten, wenn eine Hochzeit im Hause der Braut gefeiert wird, aber Konsul Olsen feierte die Hochzeit seiner jüngsten Tochter in der Hauptstadt, im Palmensaal eines großen Hotels. Er hatte allerlei Pläne im Kopf, wer weiß, ob er nicht sogar daran gedacht hat, die Hochzeit in einem überseeischen Land, in Argentinien oder Australien zu feiern. Das gefiel diesem Mann mit dem weiten Gedankenkreis, etwas Derartiges recht flott und augenfällig zu machen, ein großes Hotel war gut, man hatte nichts nötig, als um fünf Lohndiener zu telephonieren. Das war nicht nur fein, sondern auch praktisch, denn seiner Frau blieb dadurch viel Mühe und Arbeit und Sorge mit der Bewirtung erspart.