„Nein.”

„Wir sind jetzt sinnlos damit beschäftigt, einander auf die Seite zu stoßen, um selbst vorne hinzukommen, wir sollen konkurrieren, heißt es, ja mehr als konkurrieren. Wie wär's, wenn wir etwas mehr an uns selbst anstatt für uns selbst arbeiteten?”

„Aber wenn es nun gerade diese Arbeit an uns selbst ist, die unsern irdischen Tatendrang hemmt? So kommen wir in der Welt nicht vorwärts.”

„Aber wir kommen im Leben höher hinauf. Wie wäre es, wenn wir uns von Zeit zu Zeit vor Augen hielten, daß wir nicht Hunderte von Jahren in einem Zug hienieden leben werden! Wir kommen auf die Welt, werfen auf alles einen Blick und gehen wieder. Gewiß, Herr Rechtsanwalt, wir kommen vorwärts, wenn wir auch nicht über die andern hinauskommen.”

„Wir sind verschieden fürs Leben ausgerüstet, haben vielleicht auch verschiedene Bestimmungen, Napoleons Tätigkeit war von dieser Welt, er wollte vorwärts, wenn es auch über die andern hinwegging.”

„Aber das war nicht die Seite von ihm, von der er selbst und die Welt den größten Segen hatte.”

„Das war wohl sein Schicksal. Er und andere — wir handeln alle, wie wir getrieben werden.”

„Wir stellen die Übermacht des Schicksals fest, ja. Damit haben wir eine süße Entschuldigung für unsere eigene Aufführung.”

Na, jetzt nahm sich der Postmeister doch etwas zu viel heraus, wurde vielleicht sogar persönlich ausfällig, das wollte sich der Rechtsanwalt nicht bieten lassen, dazu hatte er ihn nicht mitgenommen. „Ich will bis hinauf zum Aussichtspunkt. So weit wollen Sie doch vielleicht nicht mit gehen?”

„Nein,” erwiderte der Postmeister, und nun kehrte er um.