„Komm an Bord!” antwortet ihm der zweite Steuermann, besinnt sich aber im nächsten Augenblick, greift ungeduldig in seinen waterproof und zieht Geld heraus, Scheine, viele Banknoten. Weil es finster ist, streicht der Langbart ein Streichholz an und leuchtet ihm.
Da ertönen von der See her drei kurze Stöße in einer Sirene, das ist der Engländer, der seiner Mannschaft pfeift. Der zweite Steuermann fängt an zu laufen.
Merkwürdig, in diesem Augenblick ist Oliver weniger von seinen Geldscheinen hingenommen als von seiner Gesellschaft. Natürlich verliert er nicht den Kopf, er steckt das Geld in die Tasche und verwahrt es wohl, aber dann ist er aufs äußerste erstaunt über die Frau, die hier mit dabei ist. „Gehst du aus an solch einem Abend?” fragt er sie und nennt ihren Namen.
„Ja,” erwidert sie verwirrt.
Ach, sie hatte wohl in der Finsternis sicher zu sein gemeint, allein ein Streichholz hatte sie verraten; jetzt schwankt sie wie völlig ratlos und antwortet dieses Ja gezwungenermaßen.
Was folgt weiter? Oliver ist Oliver. Sein Kopf fängt an zu arbeiten, die Stunde ist gerade die richtige für einen Mann wie ihn: die finstere Nacht, das Geheimnis dieses vielen Geldes in einem waterproof, diese geheime Zusammenkunft an einem abgelegenen Orte, endlich das Frauenzimmer — ja, sie war's, Schmied Carlsens Tochter, die Witfrau, die ihrem Vater haushält. Oliver hatte übrigens bis jetzt nie etwas Schlimmes von ihr gehört, aber sie schlug doch vielleicht ihrer Schwester und ihrem Bruder, dem Landstreicher, nach, Schmied Carlsen hatte Unglück mit seinen Kindern. Was hatte die Tochter an diesem Abend hier draußen zu suchen?
„Ich hab' dich gesehen,” sagt Oliver.
Er bekommt keine Antwort darauf. Und wenn Oliver gehofft hatte, es werde ein Vorteil für ihn sein, daß er an diesem Abend zum Mitwisser eines Geheimnisses geworden war, so hatte er sich getäuscht.
„Was wolltest du hier?” fragt er.
Doch nun greift der langbärtige Mann ein und sagt: „Wir haben Duette gesungen. Und was tust du selbst hier?”