Alles in allem ein Tag reich an Erlebnissen; beinahe konnte er sich mit jenem denkwürdigen Tage messen, wo Oliver mit dem Wrack vom Meere hereinkam. Oliver hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn er jetzt nach Hause kam, etwas großsprecherisch und verdienstvoll aufzutreten. Hier war also der Mann für seinen Hut, der Spürhund mit dem verteufelt guten Kopf. Er kam mit Geld, Geheimnissen, Wissen. Aber es war nichts zu machen, das Haus schlief, Petra schlief. Na ja, gewöhnlich war sie doch auch nicht seine Vertraute, das sollte ihm einfallen! Aber in diesem Augenblick hätte er sich gern ihr gegenüber mit seinen Geheimnissen dick getan und ihr ein bißchen etwas zugeflüstert, worüber sie hätte nachsinnen können, bis sie blau wurde. Jawohl, aber Petra schlief. Sie war wohl müde, die arme Haut, es war einer von den Abenden, wo sie wieder zu Rechtsanwalt Fredriksen hatte gehen müssen, um wegen des Hauses zu verhandeln, sie war wohl noch gar nicht lange heimgekommen und eben erst sanft und selig eingeschlafen.
Oliver weckt sie, indem er absichtlich seine Krücke auf den Boden fallen läßt. Und im Gedanken daran, was er in dieser Stunde alles zu bedeuten habe, sagt er in unzufriedenem Tone: „Du hättest wohl etwas Warmes für mich in Bereitschaft haben können, wenn ich nach einem wichtigen Geschäft nach Hause komme; ich bin ganz durchfroren.”
Petra ist wohl seiner Aufschneiderei und Prahlerei über wichtige Geschäfte herzlich überdrüssig, sie erwidert ärgerlich: „Etwas Warmes? Ich hab' auch nichts Warmes vorgefunden, als ich nach Hause kam.”
„So, du bist aus gewesen?”
„Ich hab' doch wieder zum Rechtsanwalt gehen müssen!”
„Wirst du denn niemals fertig mit dem Rechtsanwalt?” ruft er hitzig.
Keine Antwort.
„Und was, um Himmels willen, habt ihr denn noch immer zu besprechen? Eine Woche um die andere vergeht, und es kommt nichts zustande. Zum Henker noch einmal! Aber jetzt soll er nur zusehen! Wenn er mich einmal fuchtig macht, dann stopf' ich sein Maul mit Geld! Das glaubst du nicht? Es ist mir wurst, was du glaubst, du kennst mich noch lange nicht, und so kahl, wie ihr beide meint, bin ich auch nicht —”
Keine Antwort.
Da war nichts zu machen. Aber Oliver will es nun auch noch mit etwas mehr Freundlichkeit versuchen und sagt als Einleitung: „Ja, ja, jetzt ist also der Engländer abgefahren!”