Die Mutter war nicht überwältigt: war das alles? „Ja, ich werde dich sicherlich in Ruhe lassen,” sagte sie. „Aber wenn ich unsere Schulden bezahlen soll, so weißt du, daß das nicht weit reicht.”
Da äußerte er etwas, was schon lange in seinem Kopfe geglimmt hatte. „Für mich selbst hab' ich keine Angst, das mußt du nicht glauben. Kannst du dich durchbringen, dann kann ich's auch.”
„Was meinst du damit?” fragte sie.
„Was ich meine? Ich meine genau das, daß ich ein maroder Mensch bin, und daß ich nicht meine volle Kraft habe. Hast du denn nicht Augen im Kopf?”
„Soll ich betteln gehen?”
„Nicht gerade betteln — nein. Aber könntest du nicht ein klein wenig Hilfe von der Unterstützungskasse bekommen?”
„Ach so!” erwiderte sie und preßte die Lippen zusammen.
„Sollte das so undenkbar sein? Wo ich doch so marode bin.”
„Marode?” schrie sie rasend. „Jetzt will ich dir etwas sagen. Du willst nichts tun, du willst nicht das allergeringste leisten. Warum hast du nicht aufgepaßt und bist gestern hinausgerudert, wo ruhige See war? Heut' ist wieder hoher Seegang.”
„O, es war auch gestern hoher Seegang.”