„Nicht?”

„Nein, durchaus nicht!”

„Wann hab' ich dich denn geküßt? Das könnte ich ja gar nicht!” Aber seine Keckheit half ihm gar nichts, er sah wohl ein, daß der Schein gegen ihn war. Und nun blieb ihm nichts anderes übrig, als nach dem alten Mittel zu greifen, bei dem sie vorhin eingeschlafen war: er versicherte ihr wieder, sie müsse ihn nehmen, ihn und keinen andern, und in den Ferien werde er sie gar nicht ausgehen lassen.

„So schweig' doch!” sagte sie.

„Gleich morgen geh' ich hin und kauf' den Herd,” entschied er. „Der Johnsen am Landungsplatz hat ein paar Herde weggetan, sie liegen draußen herum, aber ich hol' mir einen davon und werd' den Rost schon herunterkriegen. Jawohl, ich tu' es gleich morgen.”

„Ja, das solltest du nur wagen!” drohte sie.

Sie stritten ein wenig darüber; Klein-Lydia war hier die Verständigere und hatte die Oberhand. „Daß du dich auch nicht ein bißchen vor mir schämst!” sagte sie.

„Na, ich kann ja auch noch ein paar Tage warten,” meinte Abel, um sich so nachgiebig wie nur möglich zu zeigen.

„Ein paar Tage!” erwiderte sie mitleidig.

„Aber soll es mir denn niemals glücken?” versetzte er heftig. „Wenn das deine Meinung ist, dann will ich's wissen.”