„Das sagen sie auch alle miteinander,” erwidert Mattis, indem er das Kind auf den Schoß nimmt und mit ihm plaudert. „Hat deine Mutter dich hier allein gelassen? Ja, du siehst nach der Tür, aber sie bleibt wohl eine Stunde fort. Was kümmert sie sich darum? Da, hier hast du meine Uhr!”

Oliver schweigt, er gibt nicht acht auf Mattis' Geschwätz, er hängt einem Gedanken nach, der eben in ihm aufgestiegen ist. Oliver hat seine dösige Verschlagenheit, sein Kopf arbeitet am besten in der Dunkelheit und auf Seitenpfaden, jetzt fingert seine eine Hand in seiner inneren Westentasche, so ganz sachte, ganz verstohlen, nur wie wenn er sich zufällig kratzte. Dann zieht er ein paar Geldscheine ein Stückchen heraus, betrachtet sie, sieht sie an, ob sie passen, und sitzt dann mäuschenstill da. Mit dem wenigen, was Mattis gesagt hat, ist ja nichts festgestellt, er hat sich nicht deutlich ausgesprochen, und Oliver muß wieder von vorne anfangen: „Ich hab' gehört, der Junge heiße Ole Andreas, aber das ist wohl nicht richtig? Ich kann es nicht glauben.”

„So, das hast du gehört!” schreit der Schreiner rasend. „Beim Satan, warum fragst du denn dann? Ich glaub', du willst das Haus durchschnüffeln! Was willst du hier?”

Oliver antwortete sanftmütig und keineswegs unzufrieden über des andern Erregung: „Nein, es geht mich allerdings nichts an, wie der Junge heißt, und ich werd' dich nicht mehr danach fragen —”

„Nein, jetzt wo du es weißt!” schnaubt der Schreiner mit seiner großen Nase.

Nach einem wohlausgerechneten Schweigen sagt Oliver ebenso ruhig wie vorher: „Du wunderst dich wohl, daß ich zu dir ins Haus komm', Mattis?”

Mattis antwortet sofort mit ja.

„Das versteh' ich,” sagt Oliver. Nun aber zieht er zwei Geldscheine ans Tageslicht und sagt: „Was haben die Türen gekostet, die du einmal für mich gemacht hast?”

„Die Türen —?”

„Die du mir überlassen hast. Ich will sie bezahlen. Es ist lange angestanden, aber ich konnte es nicht früher tun.”