Keine Antwort.

„Das sollen gute Augen sein, die braunen. Ich selbst hab' blaue Augen und bin gut mit durchgekommen. Aber fast alle meine Kinder haben braune Augen, es ist gerade, als sollt' ich lauter Kinder mit braunen Augen bekommen.”

Noch immer kam der Schreiner mit keinerlei Anklage heraus, aber er machte auch keine gegenteilige Bemerkung, sondern erwiderte: „Seine Mutter hat braune Augen. Im übrigen darfst du das Kind so etwas nicht hören lassen, er versteht es.”

„Er versteht es nicht.”

„Er? Du kannst von nichts reden, was er nicht versteht. Alles versteht er. Wenn du Tür sagst, sieht er nach der Tür, und singst du ein Liedchen an der Hobelbank, dann versteht er, daß es ihm gilt.”

„Bei den meinigen war es geradeso,” sagt Oliver.

„Es ist ganz unglaublich,” fährt der Schreiner fort; „ich muß mich in acht nehmen, daß er nicht lernt, die Zeitung von einem Ende zum andern durchzulesen, bloß indem er mir zuhört. Das Abendgebet und seine Händchen falten, ist gar nichts für ihn.”

„Genau wie die meinigen!” erklärte Oliver.

„Ja, so ein Kind wie dieses gibt es nicht wieder auf der Welt,” stellte der Schreiner fest.

Oliver wiederholt: „Er hat jedenfalls Glück gehabt, daß er hier im Haus bei dir ist.” Übrigens ist Oliver enttäuscht über den Verlauf des Gesprächs. Er kommt nicht weiter, es führt zu nichts, er muß weiter zurückgehen, näher zum Abgrund hin. „Was hab' ich doch sagen wollen, ich bin so vergeßlich. Ja, da sitz' ich nun mit dem Geld in der Hand, wie du siehst, aber da fällt mir ein, daß ich dich etwas fragen wollte, nämlich, du hast jetzt das Kind bei dir und hast es liebgewonnen, aber wie, wenn nun sein Vater eines Tages käme, sich zu erkennen gäbe und behauptete —”