Den Rechtsanwalt ärgert dieses Gerede, und er versucht, noch mehr von oben herab aufzutreten. „Wer künftighin dieses bankerotte Geschäft und den kleinen Laden übernimmt, darüber nachzudenken hab' ich wirklich noch keine Zeit gehabt. Vielleicht ist der Scheldrup der Mann dafür, ich weiß es nicht. Hat er etwas gelernt?”

„Etwas gelernt? Ja, das wird er wohl im Ausland in all den Jahren getan haben.”

„So? In die Schule gegangen, auf fremden Universitäten studiert? Merkwürdig, daß niemand etwas davon gehört hat!” — Aber hier geht wohl dem Rechtsanwalt ein Licht darüber auf, daß er in völlig verkehrter Weise vorgeht, und er sagt: „Es ist überhaupt nicht die Rede von Scheldrup Johnsen, sondern die übrige Familie ist es, der es vielleicht ganz gut tut, wenn sie den stolzen Nacken beugen muß. Sie war's, die ich gemeint hatte.”

Fräulein Olsen kann es sich leisten, ein gutes Wort für Fia einzulegen.

„Fia malt so hübsch,” sagt sie.

„Finden Sie das?” Hier sieht der Rechtsanwalt aus, als könne er sich gezwungen fühlen, sich anders auszusprechen. Als das Fräulein fragt: „Ja, finden Sie das nicht auch?” antwortet er: „Wollen wir nicht von etwas anderem reden — Sie und ich?”

Da kam er nun auf seine eigene Angelegenheit.

O, nun aber war es wohl möglich, daß es besser gewesen wäre, wenn er geschwiegen hätte. Er hatte nicht den rechten Schick. Fräulein Olsen mußte natürlich seine jahrelange kühle Zurückhaltung auffallend gefunden haben, und nun sollte er sich erklären, sich gewissermaßen entschuldigen, das war keine einfache Aufgabe. Wo hätte er die schwierige Kunst lernen sollen, um ein Herz zu werben, aber die Mitgift zu meinen? Außerdem war seine Löwenstimme gegen ihn, die war für Schlägereien und Wortkämpfe, hier aber sollte sie etwas hinhauchen, gewissermaßen singen, wahrlich, ein anderer hätte es aufgegeben. Aber er verstand die Gefahr nicht und ging nur drauflos.

Es war ein Glück, daß es das Fräulein damit nicht so genau nahm. Im Lauf der Jahre hatte sie sich ja einige vornehme Unarten angewöhnt, aber sie hatte noch ein richtiges Verständnis für die Dinge und war kein kleines Mädchen mehr. Fia Johnsen war wirklich mit ihrem Komtessewesen auch nicht so sehr weit gekommen.

Der Rechtsanwalt begann ja zu nachdrücklich — der Bauer, der Klotz! Zusammenarbeiten, sagte er, ob also die Rede von einem Zusammenarbeiten zwischen ihnen sein könnte? Ob sie darüber nachgedacht habe?