„Er sagte, du seiest viel zu wählerisch, und du könnest nicht lieben und nicht über die Stränge schlagen, das sagte er. Ich weiß nicht, was er damit meinte, aber es sei so deine Natur, sagte er, du werdest dich gewiß nicht verheiraten.”
Fia überhörte das ungebildete Gerede und fragte nur: „Aber was sagte er über meine Bilder?”
„Das weiß ich nicht mehr. Ich glaube, er sagte, es sei keine Glut darin.”
„Was sei nicht darin?”
„Ach, ich weiß es nicht mehr so genau. Aber du seiest ein kalter Mensch, und das meinten alle die andern Künstler auch, sagte er.”
Arme Fia, jetzt versinkt sie in Gedanken und schweigt eine gute Weile. Dies zu hören war nicht gut für sie, sie wurde sehr zahm.
„Er hat meine letzten Kopien aus dem Louvre nicht gesehen,” sagte sie dann, „die haben Glut, ich glaube, das kann ich mit Recht sagen. Er hat übrigens auch die Illustrationen nicht gesehen, die ich für das indische Märchen machen will. Ich glaube, die werden jedermann die Augen öffnen, wer es auch immer sei.”
Als die Besuche gegangen waren, suchte Fia ihre Mutter auf, zum erstenmal wirklich beunruhigt, beunruhigt bis in die Tiefe ihrer Seele. Die Mutter war ja, müde von des Tages Last und Bürde, schon zu Bett gegangen, und die Tochter würde sie sicherlich nicht aufmuntern, nein! Warum ging nur Fia gerade jetzt zu ihr?
Sie trat natürlich nett und gebildet ein, fragte, ob sie nicht störe, ob sie nicht lieber wieder gehen solle, es sei nur — im Grunde genommen sei es nichts.
„Was ist es denn, Fia?”