„Ja, an Grütze-Olsens.”

Nun sank Fia auf das Bett der Mutter nieder. Deshalb also waren die vier jungen Mädchen an diesem Abend bei ihr gewesen. Diese Tochter vom Grütze-Olsen hatte ein Gefolge mitgenommen, damit es Zeuge ihres Triumphes sein sollte. Hätte Fia jetzt ihre Kunst nicht gehabt, dann wäre sie bankrott gewesen, so aber war sie reich.

„Dein Vater und ich haben darüber gesprochen,” sagte die Mutter, „Berntsen hat es uns geraten, wir stimmten ganz miteinander überein, daß jedenfalls du etwas haben sollst, auf das du jederzeit zurückgreifen kannst.”

„Ich?” sagte Fia. „Ich habe meine Kunst.”

Mutter und Tochter berieten sich darüber. O, Frau Konsul Johnsen war offenbar nachdenklich geworden, vielleicht durchschaute sie auch das Vorgehen des Geschäftsführers Berntsen, sie konnte im ganzen genommen jetzt auch Leute in der Stadt, die unter ihr standen, besser verstehen. Und nun Berntsen? Er hatte getan, was ihr eigener Mann, der Konsul, einstmals getan hatte, und was so viele Männer taten. Wir leben im Zeitalter der Menschen.

Mutter und Tochter besprachen die Sache wieder und wieder, aber Fia dachte wahrscheinlich nur an ihre eigene Angelegenheit und hielt sich nicht streng auf der Erde. Die Künstler meinten, sie sei eine kalte Natur, war das der Dank für alle Hilfe, die sie ihnen hatte angedeihen lassen? „Nicht wahr, Mama, ich hab' ihnen doch geholfen?”

„Jawohl. Aber das hat nun ein Ende. Grütze-Olsens, Konsul Olsens, sind jetzt reicher als wir.”

„Aber sie haben keine Kultur,” wendete Fia tröstend ein.

„Nein, aber sie sind sehr reich. Bedenke, sie haben jetzt sogar Spülnäpfe aus echtem Kristall!”

Mutter und Tochter lächelten und wurden im ganzen etwas frischer. Selbst Frau Johnsen, die da mit ihrem gelben Gesicht und ihrem Kummer und Unglück in ihrem Bette lag, sagte: „Ja, ja, nun müssen wir eben warten, bis Scheldrup heimkommt, er weiß vielleicht einen Ausweg.”