Abel herrschte jetzt in der Schmiede, die ihm Meister Carlsen gegen einen angemessenen Mietzins überlassen hatte. Er hatte den herrlichen Dampfhammer, der mit Paraffin getrieben wurde, angeschafft, der schlug großartig und war so gut wie ein Schmiedknecht. Abel hatte viel zu tun und verdiente reichlich. Abel war kein Genußmensch, der all sein Geld durch die Gurgel jagte, er gebrauchte sein Geld zu allen möglichen Einrichtungsgegenständen, schaffte Bettwäsche und eine Kommode an, ging auch zum Goldschmied Evensen und kaufte zwölf Gramm Gold. Was kaufte er? Gold. Und dennoch hatte Abel zuweilen ein Zweikronenstück für seinen Vater übrig.
Seht, Oliver machte ja nicht den geringsten Unterschied zwischen seinen Kindern: wenn er in der Patsche saß, ging er also nicht zu dem abwesenden Frank, sondern zu Abel, den er jeden Morgen in seiner Schmiede finden konnte. Und heute handelt es sich um mehr, als nur um ein Zweikronenstück. Oliver setzt auseinander, Scheldrup Johnsen habe einem Krüppel aufgekündigt, es handle sich um seinen Lebensunterhalt, was er denn tun solle?
„Ja,” sagte Abel und überlegte, „ich weiß keinen andern Ausweg, als daß ich heirate.”
Das war eine verfluchte Sache, und der Vater mußte unverkennbar ein wenig nach Luft schnappen. „Was meinst du?” fragte er.
„Ich hab' jetzt alles fertig und will nicht länger auf sie warten,” ließ Abel verlauten. „Ich will die Sache abgemacht haben.”
Oliver wußte nicht, wo sein Sohn in diesem Augenblick hinauswollte, aber er verstand sich anzupassen; sofort ließ er seine eigene Sache fahren und hörte mit Teilnahme der seines Sohnes zu. „Wozu solltest du auch noch länger auf sie warten,” sagte er.
„So, meinst du?”
„Ob ich das meine! Was ist sie denn und was bist du! Sie ist so viel, als ob du eine Feder oder auch nur ein Flaumflöckchen auf der Gasse fändest und nicht mehr.”
„Willst du den Ring sehen?” fragte Abel. Er holte ihn aus einer Schublade in der Bank am Fenster herbei. Es war ein sehr schöner Ring, dick und glänzend, schwer in der Hand, Gold. „Eben bin ich damit fertig geworden,” sagte er.
Oliver blieb stumm und ungläubig, aber er zuckte mit keiner Wimper. Schließlich fragte er: „Was hat Evensen für den Ring verlangt?”