„Na, und was ist damit?”
Oliver hatte alle Haltung verloren, aber bei dieser harten Verständnislosigkeit flammte seine Anzüglichkeit noch einmal hell auf. „Ja, lachen Sie nur! Wer hat denn braune Augen hier in der Stadt —?”
„Ich!” unterbrach ihn Scheldrup, und dann lachte er nur noch mehr.
„Nein, nicht Sie, daß wissen Sie wohl. Was Sie haben, das ist einerlei. Aber was manche andere haben —”
„So, nun hör' einmal,” sagte Scheldrup, indem er aufstand, „es nützt dem Doktor auch diesmal nichts, nimm nur sein Papier wieder an dich und und geh! Jetzt ist es Ernst.”
31
Es vergingen nicht viele Tage, da verbreitete sich das Gerücht in der Stadt, daß Oliver nicht bloß ein Bein habe, sondern daß er auch noch auf ganz besondere Weise marode sei, daß er ein ärztliches Zeugnis habe, demnach seine Kinder nicht seine eigenen seien. Was blieb dann noch von ihm übrig? Das Gerücht erreichte auch Olivers eigene Ohren, und zwar durch den Schreiner Mattis.
Das auch noch, diese Schmach zu allem andern hin auch noch! Wie war das so still bewahrte Geheimnis enthüllt worden? Kann irgendein Geheimnis bewahrt werden? Durch die Wände sickert es heraus, die Pflastersteine reden davon, alles Stumme bekommt eine laute Stimme, ein junger Handelsmann wirft es vielleicht als einen guten Witz den Menschen lachend hin.